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Pfarrbrief Ostern 2024

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es rentiert sich das Titelbild in voller Größe anzuschauen: Fast wie ein Einschlag mutet das Loch in der Mauer an, und es regen sich schnell die entsprechenden Gedanken an die Bilder der aktuellen Kriege.

Doch genauer betrachtet die Steine fal- len nach außen, uns entgegen - zeigt sich, dass eine Kraft von der anderen Seite her die Mauer durchbricht, fast so als würde das Licht sich eine Bahn brechen, als hätte die Kraft des Lichts diese Mauer gesprengt. Strahlend, freundlich kommt uns das Licht entgegen, wir blicken durch das Loch in der Mauer in einen hellblauen Himmel wie in eine neue Welt.

Vielleicht ist genau das das Unfassliche an Ostern, wenn wir Jesu Auferstehung von den Toten feiern: Dass es da etwas gibt, eine Kraft, Gottes Kraft, die etwas bewirkt, womit niemand rechnen konnte, etwas, das unsere Vorstellungskraft sprengt... und eine ganz neue, lebensfreundliche Welt eröffnet.

„Lass immer etwas Platz in deinem Herzen, für das Unvorstellbare" (unbekannt)

Was wäre, wenn die Mauern, die wir errich- ten, ihre Kraft verlören? Nicht die Mauern unserer Häuser, die wir zum Schutz er- richten. Sondern unsere geistigen Mauern, die wir innerlich bauen: die Mauer unserer Unversöhnlichkeit: „Das kann und will ich ihm/ihr nicht verzeihen"; die Mauer unserer Urteile und Verurteilungen anderen und uns selber gegenüber: Mit dem/der ist nichts anzufangen, der/die ist und bleibt so!"; die Mauer unseres Unglaubens: „Da wird sich niemals was daran ändern, Gott hat für mich nichts Besseres, ich bin ihm egal".

Alles wäre gewonnen, wenn wir nur ein kleines Steinchen dieser Mauern abtragen könnten: „Vielleicht kann ich doch mit mehr Offenheit, mit mehr Zutrauen und Liebe auf

sie/ihn/mich schauen. Vielleicht noch nicht heute, aber in fünf Wochen?" - Und viel- leicht bin ich für Gott doch nicht ganz un- wichtig, er wollte schließlich, dass es mich gibt in diesem Leben."

Wir könnten es probieren in dieser öster- lichen Bußzeit mit Gottes Hilfe und Unter- stützung zu rechnen, mit seinem Plan, mit seiner uns unbekannten Kraft und Möglich- keit.

Jürgen Tripp

"Lass immer etwas Platz in deinem Herzen,

für das Unvorstellbare"

(Unbekannt)

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